Die eigentlichen Entdeckungsreisen bestehen nicht im Kennenlernen neuer Landstriche, sondern darin, etwas mit anderen Augen zu sehen. Marcel Proust

 

Karte WSA Berlin

 

Berlin und die Märkischen Wasserstraßen

 

Die Mark Brandenburg mit den schiffbaren Hauptflüssen Havel und Spree stellt von Natur aus ein ideales Gebiet für die Schifffahrt dar. Mit dem Wachsen der Orte wwar es sinnvoll, die durch Wasserscheiden getrennten Flüsse und Seen zu verbinden. Um die Höhenunterschiede zu überwinden, entstanden zuerst Kammerschleusen und in deren Folge zur Erschließung von weiter abliegenden Gebieten Kanäle. Im Laufe der Jahrhunderte ist so ein dichtes und voneinander abhängendes Netz von Flüssen, Seen und Kanälen entstanden.

Es begann 1568 mit der Schiffbarmachung des Nottefließes. Zwischen 1605 und 1620 folgte der Bau des Finowkanals als Verbindung von Havel und Oder. 1669 wird der Friedrich-Wilhelms-Kanal in Betrieb genommen, 1745 der Plauer Kanal. Dazu kamen Wentowkanal (1732), Templiner Gewässer (1745), Storkower Kanal (1746), Werbelliner Gewässer (1765) und Ruppiner Gewässer (1788).

Bis 1871 entstehen Landwehrkanal, Luisenstädtischer Kanal, Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, Charlottenburger Verbindungskanal, Ihlekanal, Mälzer Kanals und Oranienburger Kanal. Gebaut wurde an Notte, Emster Gewässern und Fehrbelliner Wasserstraße. Nach 1871 entstehen Sacrow-Paretzer-Kanal (1874/76), Voßkanal (1880/82), Oder-Spree-Kanal (1887/90), Teltowkanal (1901/06), Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin (1906/14), Silokanal (1907/10) und der Neuköllner Schiffahrtskanal (1912/14). Der Schifffahrt stehen damit etwa 1260 km Wasserstraßen zur Verfügung.

Im Jahre 1920 kommt es zur Bildung von Groß Berlin mit insgesamt 3.858.000 Einwohnern. 1938 erfolgt die Vollendung des Mittellandkanals und damit der Anschluss an das westdeutsche Wasserstraßennetz. Es entstehen als Verbindung zwischen Seddinsee und Dämeritzsee der Gosener Kanal, am Oder-Spree-Kanal die Schachtschleuse Fürstenberg und am Oder-Havel-Kanal das Hebewerk Niederfinow.

Für die Unterhaltung der Wasserstraßen zwischen Spandau im Westen und Eisenhüttenstadt im Osten ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin (WSA) zuständig. Die Arbeit vor Ort bewältigen die Außenbezirke Spandau, Neukölln, Erkner, Kummersdorf und Fürstenwalde. Dazu gehören 400 Kilometer Flüsse, Seen und Kanäle, 1000 Kilometer Ufer, 17 Schleusen, 20 Wehre, 2 Pumpwerke und 96 Brücken.

 

Binnengewässer Berlin und Brandenburg

ePaper
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hahn Homepage Powered by 1&1