Schleuse Kummersdorf. Foto Peter Hahn, 2007

 

Auf der ersten voramtlichen Karte von Preußen, die Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau zwischen 1767 und 1787 vorlegte, ist bei „Cummersdorff“ eine „neue Mühle“ eingetragen. Dokumentiert ist aber auch zwischen Kummersdorf und Storkow unmittelbar an der Ablage „Neuwunder Hammelstall“ eine Schleuse (heute etwa an der Kanalbrücke zwischen Alt-Stahnsdorf und Philadelphia).

Da dem Generalleutnant Schmettau für die Landesaufnahme keine Geographen, sondern nur das Personal aus Offizierskorps und Armee zur Verfügung stand, die an herausragenden Orten in der Landschaft Position bezogen, um Strecken zu vermessen, Besonderheiten einzutragen, ist an der Genauigkeit dieser Karten kaum zu zweifeln. Die Verwaltung der Märkischen Wasserstraßen erklärt im Jahre 1903, dass seinerzeit „neben den bereits bestehenden Mühlenstauen vielleicht auch noch in den freien Strecken Fangschleusen errichtet wurden“.

Einigermaßen gesichert ist, dass 1807 in Wendisch Rietz, 1810 in Kummersdorf und zwischen 1828 und 1830 an der Stadtbrücke in Storkow Schleusenneubauten erfolgten. Vorausgegangen war, dass die Fließe vom Scharmützelsee zum Storkower, Wolziger und Langen See vom Königreich Preußen ab Mitte des 18. Jahrhunderts vom Königreich Preußen in einem ersten Schritt flößbar gemacht wurden. Von Prieros aus war damit über die Dahme eine Verbindung zu den Berliner Gewässern geschaffen.

Breite und Tiefe der heute 33,44 km langen Bundeswasserstraße „Storkower Gewässer (SkG)“ waren auf ihren Kanalabschnitten - Wendisch Rietzer Fließ (1,96 km), Storkower Kanal (9,01 km) und Blossiner Fließ (1,35 km) - bis Mitte des 19. Jahrhunderts offensichtlich für die Schifffahrt unzulänglich. Bereits 1857/58 wurde der Winterstau (1. Oktober bis 1. Mai) auf 4,81 m und der Sommerstau auf 4,58 m am Pegel Storkow festgesetzt.

Nach einem Bericht von 1862 hatte der Wasserweg in trockener Jahreszeit geringe Wassertiefen, „kaum 1,00 m bis 0,30 m herunter“, so dass zwischen 1862 und 1865 auf 7,50 m Sohlbreite und 1,00 m Tiefe und in den Jahren 1892 bis 1896 bzw. 1904 auf eine Sohlbreite von 10,00 m in den geraden Strecken, von 12,00 m in den Krümmungen und eine Fahrtiefe von 1,40 m ausgebaut wurde. Um das Gefälle zu überwinden und damit die Schifffahrt auf den Storkower Gewässern zu erleichtern, erfolgte zeitnah ein Umbau der Schleusen: 1862 Kummersdorf (Fallhöhe 1,17 m), 1863 Storkow (Fallhöhe 1,94 m), 1865 Wendisch Rietz (Fallhöhe 1,27 m).

Kummersdorf wird 1442 erstmals erwähnt. 1518 existierten 7 Höfe. 1770 ist eine Mühle errichtet worden. Sie bestand aus einer Mahl- und Ölmühle. 1815 kam eine Schneidemühle hinzu. Zwischen Storkow und Kummersdorf hatte es immer wieder Streitigkeiten zwischen Müllern und Schiffern gegeben. Im Juni 1878 meldete der Storkower Schleusenmeister, dass „der Storkower Müller den Betrieb eingestellt habe, während der Kummersdorfer Müller weiter mahle; hierdurch sei die Kanalhaltung so abgesenkt, dass er an einigen Stellen nur noch 2' 2" gepeilt habe“ ...

 

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