Schleuse Plötzensee, 1914. Foto Hermann Rückwardt

 

Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Idee auf, eine direkte Wasserstraßenverbindung zwischen den damals noch eigenständigen Städten Berlin und Spandau zu schaffen. Dafür gab es zwei Gründe, zum einen die schwierige Schifffahrt auf der unregulierten Unterspree zwischen Charlottenburg und Spandau, zum anderen eine Verkürzung des Weges zum Finowkanal und zur Oder.

Der Bau des 12,20 km langen Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals wurde 1847 begonnen und war 1859 vollendet. Berücksichtigt wurde der Vorschlag von Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné, den Abzweig aus der Spree unterhalb der Unterbaumbrücke, der heutigen Kronprinzenbrücke, zu legen und den Kanal dem Lauf des Charité-Grabens zwischen dem 1846 entstandenen Hamburger Bahnhof und der Charité folgen zu lassen.

An der Abzweigung entstand ein 130x190 m großes Becken für den Humboldthafen. Die 60 m breite Hafeneinfahrt wurde 1865 durch die Alsenbrücke überspannt, die vom Mittelpfeiler aus zugleich eine Verbindung zum linken Spreeufer herstellte. Da sie den Anforderungen der Schifffahrt nicht mehr genügte, wurde sie 1928 ohne Spreequerung durch eine stählerne Hängebrücke ersetzt. Sie wurde nach dem Mitbegründer der Weimarer Reichsverfassung Hugo Preuß benannt und 1933 in Admiral-Scheer-Brücke umbenannt. Da sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, entstand 2002/04 die neue Hugo-Preuß-Brücke mit einer Länge von 88,50 m und einer Breite von 24,00 m.

Am Humboldthafen erhielt die Trasse eine für die Schifffahrt ungeeignete Ausfahrt vom Hafenbecken in die Kanalstrecke in einer Kurve von nur 150 m Halbmesser. Etwa 1,50 km weiter wurde der Kanal am Auslauf der Panke zum 120x200 m großen Hafenbecken des Nordhafens erweitert. Die Wasserstraße führte dann südlich am Plötzensee vorbei durch die Jungfernheide in westlicher Richtung bis nach Haselhorst, wo der Kanal in einem scharfen Knick nach Norden einbog und ursprünglich in der Kleinen Malche des Tegeler Sees mündete ...

 

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