Schleuse Wernsdorf. Foto Peter Hahn, 2007

 

Die heutige Südkammer der Schleuse Wernsdorf wurde 1887/88 erbaut und 1891 in Betrieb genommen. Entstanden war wie an jeder anderen Schleuse des Oder-Spree-Kanals ein Gehöft für den Schleusenmeister mit Wohnhaus, Stall und Dammbalkenschuppen sowie eine Schleusnerbude für das zum Schleusenbetrieb erforderliche Personal. Da Wernsdorf seinerzeit Wohnort von Schiffern war, deren Schiffe an der Dorflage im Wernsdorfer See überwinterten, wurde etwa 500 m vor der Schleusenanlage eine Öffnung von 70,00 m Breite für den Schiffsverkehr zwischen See und Kanal eingerichtet.

Die Bauarbeiten gestalteten sich schwierig. Der Untergrund bestand aus mit Wasser durchzogenem Sand, der mit Ton und Steinen durchsetzt war. Die Rammarbeiten haben 18 Wochen gedauert, doppelt so lang wie in Große Tränke. Auf Grund der erheblichen Fallhöhe von 4,50 m wurde zum Oberwasser hin anstelle des sonst üblichen Stemmtores zum ersten Mal in Europa am Oberhaupt ein in Amerika entwickeltes Drehtor (Tumble Gate) eingebaut, das bei den Schleusungen auf- und niedergelegt wird.

Unmittelbar an der Schleusenkammer wurde in einem Abstand von 4,00 m eine massive Straßenbrücke mit eisernem Überbau errichtet. Die Brücke erhielt zwei Öffnungen von je 10,00 m lichter Weite und 1,00 m breite Durchlässe für die Leinpfade, von denen aus die Schiffe mit Seilen in die Kammer hinein- bzw. herausgezogen wurden. Bis zum Bau der neuen Brücke, die in den Jahren von 1968 bis 1970 mit einem Abstand von etwa 150,00 m entstand, wurde der Straßenverkehr zwischen Wernsdorf und Neu-Zittau über die Schleusenbrücke abgewickelt. Seither existiert nur noch ein Fragment der alten Überquerung.

Bereits vier Jahre nach der Eröffnung zwang der gestiegene Schiffsverkehr zu ersten Erweiterungen. In den Jahren von 1895 bis 1897 erfolgten auf etwa 45 km Länge Verbreiterungsarbeiten am Kanal. In der Folge erhöhte sich der Anteil größerer Schiffe und damit die Häufigkeit der Einzelschleusungen. 1892 wurden in Wernsdorf 629.000 t geschleust. 1906 waren es 3,1 Millionen t. Um die Wartezeiten zu verkürzen, entstanden schließlich zwischen 1901 und 1912 bei Wernsdorf, Kersdorf, Große Tränke sowie an Ober-, Mittel- und Unterschleuse bei Fürstenberg unmittelbar neben den schon bestehenden zweite Schleusenkammern.

Die Nordkammer der Schleuse Wernsdorf mit Abmessungen von 57,00 m Länge, 9,80 m Breite und einer Torweite von 8,10 m entstand 1904. Die Kammerwände wurden aus Beton gefertigt. An den Seiten wurde sie mit einer mechanischen Zugeinrichtung (Spillanlage) ausgerüstet. Für das Füllen und Leeren der Kammer wurden Heberanlage sowie Längsumläufe mit Stichkanälen eingebaut. Als Obertor kam ein Klapptor und als Untertor ein Stemmtor zum Einsatz ...

 

Informationstafel zur Schleuse Wernsdorf

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