Ehemalige Stadtschleuse im Spreekanal am Auswärtigen Amt. Foto Peter Hahn, 2005

 

In Berlin existiert von alters her die natürliche Spaltung der Spree in einen Haupt- und einen Seitenarm, dazwischen die Spreeinsel, auf der zunächst eine Burg, später das Schloss der brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Könige und deutschen Kaiser stand. Nördlich davon, hinter dem breiten Flusslauf, entwickelte sich Berlin, südlich davon, nach dem schmalen Seitenarm, lag bis zur Vereinigung der beiden Städte im Jahre 1710 die Stadt Cölln.

Bereits im Mittelalter wurden die beiden Gewässer für die Damm-Mühlen an der Spree und die Werderschen Mühlen im sogenannten Cöllnischen Stadtgraben aufgestaut. Wer heute den enormen Schiffsverkehr zwischen Bode-Museum, Mühlendammschleuse und Jannowitzbrücke beobachtet, kann sich kaum vorstellen, dass auf dem Hauptarm der Spree bis zum 25. September 1894 keine Schiffspassage möglich war. An der Mühlendammbrücke existierte ein „Molendamm“ - die älteste Überquerung zwischen Berlin und Cölln. Damm und Stau, von denen 1298 erstmals berichtet wird, verhinderten über Jahrhunderte den durchgehenden Schiffsverkehr im natürlichen Flusslauf.

Erst 1432 wird im Cöllnischen Stadtschreiberbuch von einer „Flutrinne“ berichtet. Diese zweigte vor dem Mühlendamm von der Spree ab, verlief in Richtung Spittelmarkt, dann parallel zur Oberwasserstraße und führte zwischen Unterwasserstraße und Schlossplatz sowie Zeughaus und Lustgarten zum (heutigen) Bode-Museum, wo sie wieder in die Spree mündete. Der Verlauf ist prinzipiell unverändert geblieben. Um 1786 wurde die Trasse von der Inselbrücke bis zur Gertraudenbrücke Friedrichsgracht genannt, von da bis zur Schleusenbrücke Schleusengraben und etwa vom Zeughaus bis zur Einmündung in die Spree Kupfergraben. Offiziell heißt diese Wasserstraße heute Spreekanal ...

 

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