Schmettau-Karte von 1787. Quelle LGB Brandenburg

 

Das Schmettausche Kartenwerk

Höhepunkt der voramtlichen preußischen Kartographie

Märkische Allgemeine, 16. November 2006

 

Am Unglückstage von Auerstedt, unglücklich nicht durch seine Schuld, so Fontane, erstürmte er, an der Spitze seiner Bataillone, die Höhen von Hassenhausen, die der Feind unterm Schutz eines herbstlichen Morgennebels schon vor ihm besetzt hatte. Zweimal nahm er sie und zweimal war er gezwungen, sie wieder aufzugeben. Als er sich zum dritten Angriff anschickte, traf ihn eine Kartätschenkugel.

Vier Tage später verstarb der Divisionskommandeur am 18. Oktober 1806 im Haus der Frau von Stein in Weimar. „Der König hat eine Bataille verloren“, hieß es nach der Schlacht von Jena und Auerstedt. Da aber war Friedrich Wilhelm III. samt Familie längst nach Ostpreußen geflohen.

Mit Friedrich Wilhelm Karl Graf von Schmettau hatte Preußen einen Soldaten, vor allem aber einen Kartographen verloren. Nun, nach der katastrophalen Niederlage und dem Einzug Napoleons in die preußische Hauptstadt, wurde der Weg für Reformen geebnet, die der aufgeklärte Adel seit langem gefordert hatte. In einer Art Privatinitiative hatte Schmettau für die preußischen Provinzen östlich der Weser zum ersten Mal ein einheitliches kartographisches Werk geschaffen. Obwohl dem „Tableau aller durch den königlich preußischen Obersten Grafen von Schmettau von 1767 bis 1787 aufgenommenen und zusammengetragenen Länder“ wohl noch eine astronomisch-geodätische Grundlage fehlte, ist den Karten bereits in Andeutungen ein Gitternetz als Grundlage geographischer Koordinaten unterlegt.

Die von ihm erstellte „Karte von Preußen“ im Maßstab 1 : 50000 bedeutet zweifellos einen Wendepunkt in der voramtlichen preußischen Kartographie. Das Kartenwerk entstand mit Unterstützung von Minister Friedrich Wilhelm Graf von der Schulenburg-Kehnert, der die Bedeutung von topographischen Karten für die Verwaltung erkannte, und gegen den Willen von Friedrich dem Großen, der einen Mißbrauch durch den Feind befürchtete ...

 

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