Das Schloss in Zerbst. Foto Peter Hahn, 1996

 

Katharinas weiter Weg zurück nach Hause

Frankfurter Allgemeine, 23. Januar 1997

 

Zerbst hat es nicht leicht. Ihr Gesicht verlor die Stadt, die vor gut fünfzig Jahren noch als das anhaltinische Rothenburg ob der Tauber gepriesen wurde, in den letzten Kriegstagen. Weil ein SA-Mann dem "Führer" bis zuletzt die Treue halten und den Amerikanern vor den Stadttoren keine weiße Fahne zeigen wollte, versank alles Schöne in Schutt und Asche. Geblieben sind nur Puzzlesteine vom früheren Charme, vereinzelte Fachwerkbauten, ein paar malerische Winkel und enge Gassen. Ein Rundgang unter dem Motto "sympathisch, gastlich und tausend Jahre alt", den die örtlichen Tourismusverantwortlichen den Besuchern empfehlen, führt zu diesen Resten der Geschichte - für aufregendere Vokabeln taugen sie nicht.

Aber selbst vieles von dem, was an alter Bausubstanz noch vorhanden ist, scheint dem Verfall preisgegeben, und wer - ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende - sehen will, welche zerstörerische Kraft Bomben entwickeln können, muß nur zur spätgotischen Nikolaikirche gehen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat wenigstens für die erste Bausicherung 300000 Mark bereitgestellt. Das Langhaus der Stifts- und Hofkirche Sankt Bartholomäi wurde schon gesichert, die Ruine trägt jetzt ein wenig schamhaft die Bezeichnung "Sommerkirche". Schlechter bestellt ist es aber um das noch erhaltene historische Marstallwohnhaus, das deutliche Spuren von Vandalismus zeigt ...

 

Der ausführliche Text

ePaper
Teilen:

Weiteres in Vorbereitung

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hahn Homepage Powered by 1&1