In der Paulskirche von links Hans Dieter Zeidler, Doris Schade, Lola Müthel, Kurt Hübner, Harald Kuhlmann, Edgar Selge, Walter Schmidinger, Klaus Pohl, Heinrich Giskes, Peter Roggisch, Otto Sander. Foto Andreas Pohlmann, 1988

 

Am 20. Dezember 1963 wurde in Frankfurt am Main der größte Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte aufgenommen. Nach 183 Verhandlungstagen war der „Auschwitz-Prozess“ am 19. August 1965 abgeschlossen. Zwei Monate später, am 19. Oktober 1965, fand an sechzehn Bühnen in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik die gleichzeitige Uraufführung der „Ermittlung“ von Peter Weiss statt.

Zum 50. Jahrestag der Pogrom-Nacht von 1938 wurde am 19. Oktober 1988 in der Frankfurter Paulskirche mit einer Lesung der „Ermittlung“ von Peter Weiss sowohl an den Auschwitz-Prozess als auch an die Uraufführung von 1965 erinnert. Unter der Leitung von Peter Hahn wirkten mit Edgar Selge, Walter Schmidinger, Lola Müthel, Harald Kuhlmann, Kurt Hübner, Doris Schade, Heinrich Giskes, Klaus Pohl, Peter Roggisch, Otto Sander, Hans Dieter Zeidler und der Germanist Prof. Dr. Burkhardt Lindner, der für diesen Anlass eine Fassung in fünf Gesängen konzipierte, in der das Moment des „Überlebens nach Auschwitz“ herausgestellt wurde.

Unmittelbar nach dem Fall der Mauer entstand die Idee, die „Ermittlung“ als erste deutsch-deutsche Theaterveranstaltung wieder aufzunehmen. Schauspieler aus Ost und West fanden sich zusammen: Aus dem „alten Osten“ Inge Keller, Lotte Loebinger, Dieter Mann, Otto Mellies, Daniel Morgenroth, Klaus Piontek und Michael Schweighöfer, aus dem „alten Westen“ Ben Becker, Heinrich Giskes, Peter Gross, Kurt Hübner, Harald Kuhlmann, Manfred Lukas-Luderer, Hans Quest, Siemen Rühaak, Peter Rühring, Udo Samel, Otto Sander, Walter Schmidinger und Markus Völlenklee.

Gastspiele gab es im Staatstheater Stuttgart (7.4.1990), zum Theatertreffen im Schiller-Theater Berlin (15.5.1990), im Schauspielhaus Köln (7.6.1990), im Schauspielhaus Zürich (18.11.1990), im Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen (20.11.1990) und anlässlich der Ausstellungseröffnung „Peter Weiss – Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Filme, Theater, Literatur, Politik“ in der Akademie der Künste am 2. März 1991.

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