Südwestkirchhof. Foto Peter Hahn, 2007

 

Mit Efie Briest in die Ewigkeit

Frankfurter Allgemeine, 4. November 2007

 

Wie sah es denn aus? Bungalows, Baracken und Beton rund um die Krakower Seen. Bolzplatz und Datschen in Demerthins Renaissanceanlage. Heizungsrohre in den Marmorkaminen von Schloß Rheinsberg. Kiefernholzverschalte Wände in den barocken Räumen des Arnimschen Schlosses in Wiepersdorf. Plattenbauten neben Schinkels Neuhardenberger Herrenhaus. Sudermanns Refugium in Blankensee eine halbe Ruine.

Die Mauerjahrzehnte waren auch am Südwestkirchhof in Stahnsdorf nicht spurlos vorübergegangen. An diesem Stück Berlin in Brandenburg hatte sich aber die Natur zurückgeholt, was der Mensch einst geformt hatte. Hier räumen wir Zweige, Moos und Blätter beiseite, die sich in den Jahren der Resignation über die Steine gelegt haben, aber die Erinnerungen an jene, mit deren Schöpfungen wir alltäglich leben, verlangen nach mehr.

Geschichte wird lebendig und Geschichten bahnen sich an, wie die des Apothekers Woldemar Zeitler, der 1877 in St. Petersburg geboren wurde und irgendwann seine Ida Wilhelmine heiratete, die 1879 auf Gut Walk in Estland das Licht der Welt erblickte. Beide sind in Berlin gestorben, er 1941 mitten im Weltkrieg, sie nach dem Mauerbau 1965. Der erste Sohn wurde 1903 noch im zaristischen Petersburg, der zweite 1905 im estländischen Dorpat geboren. Ralf starb 1953 in Hamburg, Heinz 1977 in Wuppertal. Was verbirgt sich nicht alles hinter dem Auf und Ab und Hin und Her der europäischen Geschichte ...

 

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