Schloss Petzow. Foto Peter Hahn, 2005

 

 

Mongolenkloster über Fontanes Landschaft

Frankfurter Allgemeine, 7. April 2005

 

Wie Buda und Pest oder Köln und Deutz ein Doppelgestirn bilden, so auch Caputh und Petzow. Die beiden Orte diesseits und jenseits des Schwielowsees waren bereits für Fontane "eine höhere Einheit". Schön liegen sie beide, "doch ist Petzow hierin weit überlegen, sowohl seiner eigenen unmittelbaren Erscheinung, als dem landschaftlichen Rundblick, den es gestattet".

Die Wanderungen durchs märkische Havelland hatten auch die Besitzer eines Hotels am Chiemsee gelesen, weshalb sie sich nach der Wende mühten, aus dem Schloß von Petzow ein Luxushotel zu kreieren. Der Lennésche Park ringsherum nebst Haussee sollte für Hotelgäste reserviert werden, die Anlegestelle der weißen Flotte wollte man verlegen, im Schilfgürtel einen Jachthafen bauen, und aus der von Karl Friedrich Schinkel geschaffenen Kirche auf dem Grelleberg hätte ein Privatsender Hochzeiten im Rahmen von Wochenendpauschalen übertragen. Daraus wurde nichts, weil irgendwie auch abzusehen war, daß hier ein ziemlich einmaliges Ensemble in Einzelteile zerlegt werden würde.

Der neue Investor, der aus der Gegend kommt, ging die Sache geschickter an. Mit der eigens mit einem Partner gegründeten Theodor Fontane Besitz- und Betriebs GmbH hat er Pläne für die gesamte Halbinsel, zu denen neben einem Resorthotel auch Golfplatz, Begegnungszentrum und Schloß Petzow gehören. Er erinnerte sich, daß seine damalige Republik wenige hundert Meter weiter auf einem Seegrundstück ein vielstöckiges Jugendtouristhotel in Plattenbauweise hingestellt hatte, das die neue Zeit gewiß nicht überleben würde. Irgendwann hatte er diese 75 000 Quadratmeter vom Bundesvermögensamt erworben. Er besorgte Geld, ließ ab- und aufbauen, und so gibt es nun drei Wochen nach Ostern am 15. April die Eröffnung des "Resort Schwielowsee" ...

 

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