Breslau. Foto Peter Hahn, 1993

 

Breslau ist eine tolle Stadt

Ein paar Schwalben machen keinen Sommer

Eine alter Ort mit jungen Leuten

Frankfurter Allgemeine, 11. November 1993

 

Da wird einem das Hotel "Wroclaw" offeriert, aber abgestiegen wird in einem Haus "Saigon". Das entpuppt sich schnell als ehemaliges Wohnheim für vietnamesische Studenten. Da aus den Besitzlosen inzwischen Besitzer wurden, betreiben diese ihre Bleibe jetzt als Hotel. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden, wenn man bei der richtigen Bezeichnung geblieben wäre. Denn was sich Hotel nennt, ist, bei Lichte besehen, Studentenwohnheim geblieben.

Die örtlichen Tourismusexperten beurteilen das Unternehmen nicht anders, da in der offiziellen Unterkunftsliste ein "Hotel Saigon" gar nicht auftaucht. Weil es offenbar zwischen dem polnischen "Informationszentrum für Touristik" in Köln und der ortsansässigen "Izba Turystyki" Kommunikationsprobleme gibt, hatte man gleich zwei Kongresse übersehen. Wer sich dann noch darüber wundert, daß man an der Rezeption des "Saigon" aufgefordert wird, ein Doppelzimmer mit irgendeinem unbekannten Menschen zu teilen, ist selbst daran schuld, wenn er in das schlesische Wroclaw oder Breslau fährt.

Weil diese Stadt auf den ersten Blick etwas Geheimnisvolles hat, das man kennenlernen möchte, nimmt man die Sache selbst in die Hand, setzt sich in ein Taxi, was für unsere Verhältnisse fast überhaupt nichts kostet, und steigt dann doch im Hotel "Wroclaw" ab. Dem Haus mit den offiziellen vier Sternen würde man höchstens zwei und diese nur mit Einschränkung geben. Was Skandinavier in den siebziger Jahren für das staatliche Touristikunternehmen Orbis gebaut haben, hätte längst eine Verjüngungskur nötig ...

 

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