Costa Semeralda, Hotel Cala di Vope. Foto Peter Hahn

 

Costa Smeralda: Eine Kulisse für den Luxus

Frankfurter Allgemeine, 11. Juli 1996

 

Es war in den siebziger Jahren und kalter Krieg. Da verschwanden plötzlich nacheinander ein britisches und ein sowjetisches Atom-U-Boot vom Radar. Secret Service und KGB suchen in Ägypten, Kanada, Schottland, der Schweiz und auf Okinawa. Die Spur führt schließlich ins Mittelmeer.

Wenig später rast der weiße "Lotus Esprit" über die Küstenstraße von Cugnana nach Porto Cervo. Die Landschaft ist in schnellen Bildern skizziert. Verwitterte Felsen wie Skulpturen von Ernst Barlach und Henry Moore, knapp über NN tückische Klippen, schmalfingrige Halbinseln, märchenhafte Buchten und Strände, Inseln wie hingeworfen, smaragdgrünes Meer. Totale. Im Hintergrund die hellgrauen Gebirgszüge jenes Landesteils, den sie Gallura nennen, in der Mitte Swimmingpool, Sonnenschirme, Liegestühle, Feriengäste, vorne ein bescheidener Yachthafen. Schnitt. Rezeption. Ein Herr: "Wir sind angemeldet. Mein Name ist Sterling." Die Empfangsdame: "Wir haben für Sie die Suite A 5 mit einem Wohnzimmer und zwei Schlafzimmern reserviert."

Was da im Oktober 1976 für Mr. und Mrs. Sterling alias Roger Moore als James Bond und Barbara Bach als Major Anya Amasova im "Hotel Cala di Volpe" investiert wurde, brachte nach der Devise "Wie man sich bettet, so liegt man" und unter dem Titel "The Spy Who Loved Me" oder "Der Spion, der mich liebte" weltweit über 80 Millionen Dollar ein. Wer heute dort Quartier nimmt, zahlt in Halbpension als Individualist 700 Mark, für ein Zimmer zu zweit 1.600 Mark, für die Suite mit drei Schlaf-, zwei Wohnzimmern, privatem Pool 8.000 Mark und bekommt dafür eine einzige und hoffentlich schöne Nacht ...

 

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