Offshore: Statfjord B, 18. August 2006

 

Offshorereisen sind im Kommen. Allerdings ist eine konkrete Buchung für diese Destinationen derzeit noch nicht möglich. Die Lage ist für die norwegische Firma Statoil ein bißchen unüberschaubar. Gegenwärtig geht Konzernchef Helge Lund wohl davon aus, daß Statfjord B im kommenden Jahrzehnt eine neue Bestimmung erhalten muß. Das klingt ziemlich optimistisch, weil wir Offshore erfahren, daß derzeit mehr Wasser als Gas und Öl aus den Reservaten unter dem Meeresboden nach oben gefördert wird.

Statoil wird sich also über kurz oder lang damit beschäftigen müssen, was mit seiner gigantischen Ölplattform in der Nordsee geschehen soll. Noch gut in Erinnerung ist der Fall „Brent Spar“, bei dem Shell die Rechnung ohne Greenpeace gemacht hatte. Als die Briten ihre Ölinsel nicht mehr brauchten, wollte der Konzern diese kurzerhand und preiswert in den Tiefen der Hebriden versenken. Für die ordentliche Entsorgung an Land mußte Shell 1995 schließlich mehr als 15 Millionen Euro aufwenden.

Die Brent Spar war 190 Kilometer nordöstlich der Shetland-Inseln im Meer verankert. In unmittelbarer Nachbarschaft - exakt auf der Linie zwischen dem schottischen Lerwick und dem norwegischen Bergen - steht seit 1982 Statfjord B. Nahebei auf 61º 12,5’ N und 1º 49,8’ O existiert seit 1964 eine Grenze. Damals wurde die See nach dem Mittellinienprinzip zwischen Großbritannien und Norwegen aufgeteilt. Für die Seeleute ist es die Viking Bank, ein Paradies für den Heringsfang, weshalb Statoil Tag und Nacht um seine Bohrinseln ein Patrouillenschiff kreisen läßt, das die Fischer auf Abstand hält.

Gehen wir einmal davon aus, daß nach dem Öl der Tourismus kommt: Die Reise zu diesen Offshore-Installationen gestaltet sich nicht einfach. Für uns vergingen Monate, bevor „Statoil Norge AS“ die Erlaubnis gab. Vor dem Flug ins Meer wird der Betreiber wohl auch in Zukunft ein Gesundheitszeugnis verlangen, das nicht etwa ein heimischer Arzt erstellen darf, sondern von „Forusakutten“ in Stavanger mit dem Reisewilligen regelrecht erarbeitet wird. Das medizinische Zentrum unter der Leitung von Doktor Paal D. Norheim ist auf „Offshore“ spezialisiert und - vor allem im Hinblick auf das deutsche Gesundheitsvorsorgedesaster - gar nicht genug zu preisen. Da ist vor allem alles auf einer Fläche konzentriert. Wer die peniblen Untersuchungen absolviert hat, weiß am Ende, was er hat und was er nicht hat ...

 

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Flugplan zu den Ölbohrinseln in der Nordsee

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