Pousada Santa Maria do Bouro Amares. Foto Peter Hahn

 

Historische Einkehr zwischen Minho und Tejo

Zu den Pousadas von Portugal

Frankfurter Allgemeine, 28. Mai 1997

 

Portugals Portwein ist wie Spaniens Sherry. Die Tourada der Portugiesen ist wie die Corrida der Spanier. Der portugiesische Fado ist das Pendant zum spanischen Flamenco. Die „Pousadas de Portugal“ sind wie die „Paradores Nacionales“ von Spanien.

Die Vergleiche hinken und stimmen nicht, aber was bleibt den Portugiesen anderes übrig, immer wieder erklärend die populären spanischen Gegenstücke zu bemühen. Sie haben sich daran gewöhnt, an Spanien gemessen, zu Spanien gerechnet, von Spanien belächelt, mit Spanien verglichen zu werden. Welten trennen die Länder.

Es war Spanien, das bereits in den zwanziger Jahren mit den „Paradores“ aufwartete und natürlich mußte erst der Professor für Nationalökonomie António de Olivera Salazar zum portugiesischen Diktator aufsteigen, um seinen Direktor für Nationale Propaganda António Ferro anzuweisen, über das Land eine Kette von staatlichen "Pousadas" zu installieren. So sind von der ersten "Pousada de Santa Luzia" in Elvas bis zur "Pousada de Santa Maria do Bouro" bei Amares zwischen dem 19. April 1942 und dem 15. Februar 1997 bisher 41 gutausgestattete Hotelanlagen entstanden, in denen die Gäste einst Kraft durch preiswerte Freude schöpfen konnten. Inzwischen kann dort jeder seine Seele baumeln lassen, von einfach bis neuerdings auch luxuriös, regionaltypisch oder kulturhistorisch, unbegrenzt und stets diskret subventioniert.

Die Pousadas sind für Reisende mit Sinn für Reisen, für Leute, die den Stationen der Postkutsche etwas abgewinnen können, sich Orte erobern und Gegend kennenlernen wollen. Finden tut man diese Häuser nicht in Lissabon, sondern draußen vor der Hauptstadt in Queluz, in Guimaraes statt in Porto, in Sao Bras de Alportel statt in Faro. Wer also in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München oder Stuttgart in die Linienmaschinen der TAP Air Portugal nach Lissabon, Faro oder Porto steigt, was bei Flugpreisen um 555 Mark leichtfallen wird, dem bleibt nach der Ankunft die Anreise zu den Oasen nicht erspart ...

 

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