Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf

 

Über die Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf ist manches geschrieben worden, einiges über den Südwestkirchhof der Berliner Stadtsynode, aber nur weniges über die Begräbnisstätten Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde und Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf. Es erstaunt daher nicht, dass viele Besucher von Stahnsdorf um die Existenz der unmittelbar an den Südwestkirchhof angrenzenden kommunalen Berliner Friedhöfe nicht wissen. So entstand die Idee, jenes Material, das seit dem Erscheinen meines Buches über den „Südwestkirchhof Stahnsdorf“ im Jahr 2003 über diese drei Totengärten und ihre Toten hinzugekommen ist, zu einem Ganzen zusammen zu fügen.

Entstanden sind diese Anlagen Anfang des 20. Jahrhunderts, der Südwestkirchhof von Garteningenieur Louis Meyer 1909, der Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde von Architekt Hans Altmann 1914 und der Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf von Gartenarchitekt Erwin Barth 1921. Ihre Einrichtung außerhalb der Stadtgrenze hängt unmittelbar mit dem Werden der Reichshauptstadt Berlin zusammen. Die Evangelische Kirche fand mit dem Südwestkirchhof eine Lösung für den sich damals abzeichnenden Notstand an Bestattungsfläche auf den historisch entstandenen Berliner Gemeindefriedhöfen. Auch die selbstständigen Vororte Friedenau und Wilmersdorf waren aufgrund von Platzmangel seinerzeit gezwungen, Friedhofsflächen an der Peripherie zu schaffen. Dieser Entstehungsgeschichte entsprechend habe ich das Buch gegliedert, so dass sich auch die Entwicklung der Friedhofsanlagen von der parkartigen Gestaltung im späten 19. Jahrhundert über Zwischenformen bis hin zu geometrischen Grundrissen nachvollziehen lässt.

Dieses Buch möchte für das schwierig zu überschauende und mitunter auch unbekannte Areal eine gewisse Orientierung geben. Vergessenes soll wieder in Erinnerung gerufen werden, zumal über einen Ort, an dem sich Geschichte, Geschichten und Personen so aufregend unaufgeregt versammeln, die anderswo in dieser Dichte kaum noch zu erfahren sind.

Verschweigen möchte ich nicht, dass die Aufzeichnungen von Regierungsbaumeister Max Roloff, von Architekt Hans Altmann, von Gartendirektor Erwin Barth, von den Landschaftsarchitekten Jürgen  Wenzel und Dietmar Land sowie von Marcus Cante und Uta Schaubs vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege hilfreich waren. Wesentliche Teile dieser Ausführungen gebe ich – mit herzlichem Dank an die Urheber – auszugsweise im Original zur Kenntnis.

Bevor Sie dieses wunderbare Stück Erde betreten, empfehle ich Ihnen, auch aus eigener leidvoller Erfahrung, sowohl die Lagepläne als auch die Register „A bis Z“ der drei Friedhöfe zu beachten. Wundern, vor allem aber ärgern Sie sich nicht, wenn Sie auf ihren Wanderungen über diese weitläufigen Anlagen nicht gleich das Gesuchte finden. Das nächste Mal ist auch ein Mal.

Nach diesen Andeutungen werden Sie verstehen, dass nur eine Auswahl möglich war. Diese entstand nicht zufällig, obwohl mir das unterstellt werden könnte, weil dieses gewürdigt und jenes nicht berücksichtigt wurde. Entscheidend war, ob das zur Verfügung stehende Material interessant genug sei, gelesen zu werden. Wer über die Zeit und ihre Zeitgenossen etwas erfahren möchte, wird mit dem Mosaik über die vor den Toren Berlins versammelte Gesellschaft glücklich werden. Das wünsche ich Ihnen.

 

Peter Hahn, September 2010

 

Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf

Geschichte-Geschichten-Personen

Oase Verlag, 2010

ISBN 978-3-88922-065-3

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