Die Weißlers

 

Johannes Weißler kannte meine Bücher „Südwestkirchhof Stahnsdorf“ und „Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf“ und kannte meine Kritik am Umgang der Evangelischen Kirche mit seinem Vater Friedrich Weißler. Er erzählte mir von der nationalsozialistischen Willkür und von seinem „langen Weg zu Gerechtigkeit und Normalität“ in den bundesrepublikanischen Jahren. Der damals 83-jährige Johannes Weißler hatte „die Geschichte seiner bürgerlichen, christlichen Familie“ aufgeschrieben, darin vor allem „der lange Prozess des Umdenkens“, bevor das „Versagen der Institution Kirche“ bekannt und beklagt wurde. Nun bat er mich, seine Erinnerungen in eine Buchform zu bringen. Das war keine leichte Aufgabe, weil neben seiner Familienchronik Material aus diversen Archiven berücksichtigt werden sollte: Archiv Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin, Archiv Bundesministerium der Justiz, Bundesarchiv, Evangelisches Zentralarchiv Berlin. Nach dem Erscheinen des Buches war er glücklich. „Ein spezieller Dank geht an Herrn Peter Hahn, der maßgeblich an der Gestaltung des Buches, an der Korrektur der Texte und der Auswahl der Bilder beteiligt war.“ Johannes Weißler starb am 23. März 2016. Seine letzte Ruhe fand er nicht wie zeitlebens von ihm geplant im fernen Familiengrab auf dem Südwestkirchhof, sondern mit Rücksicht auf die Hinterbliebenen auf dem Friedhof in Erlangen-Frauenaurach – sein „letzter Wille“.

 

Die Weißlers

Ein deutsches Familienschicksal

Aufzeichnungen von Johannes Weißler

Oase Verlag, 2011

 

Tipp

Im Vandenhoeck & Ruprecht publizierte der Historiker Manfred Gailus 2017 das Buch „Friedrich Weißler. Ein Jurist und bekennender Christ im Widerstand gegen Hitler“. ISBN 978-3-525-30109-8

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