Teltowkanal

Stationen-Wege-Geschichten

 

 

 

Die Sammlung von Texten, Bildern und Karten umfasst einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren, ein Zeitabschnitt, in dem die Gegend am Teltowkanal mit zwei Weltkriegen und vor allem dem Mauerbau tiefe Zäsuren hinnehmen mußte. Vieles von dem, was einst war, ist nicht mehr. Altes kommt nicht zurück, Neues nur zögerlich hinzu.

Die 37,83 Kilometer lange Wasserstraße hat die Region zwischen Potsdam und Berlin seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1906 nachhaltig geprägt, an ihr läßt sich deutsche Geschichte in besonderer Weise ablesen. Als „Vorfluter“ der südlichen Berliner Vororte schuf der Kanal die hygienischen Voraussetzungen für bauliche Verdichtung. An den Ufern siedelten sich Unternehmen mit glanzvollen Namen an. Ackerbürgerstädtchen und Dörfer wuchsen zu einer dicht bevölkerten Metropolenregion heran.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, dem Mauerbau und der Teilung Berlins markierte der Wasserweg die deutsch-deutsche Grenze. Sie verlief schwer überschaubar zum Teil genau in der Mitte der Wasserstraße, andere Abschnitte lagen entweder auf dem Gebiet der DDR oder West-Berlins. Ketten und Gitter versperrten den Weg. Menschen versuchten, die Wasserbarriere schwimmend zu überwinden. Einige von ihnen starben im Kugelhagel der Grenzsoldaten. Dieses traurigste Kapitel der Kanalgeschichte darf nicht ausgeblendet werden und verleiht der Freude über die komplette Wiedereröffnung des Schiffsweges eine nachdenkliche Note.

Inzwischen verbindet der Teltowkanal im wiedervereinigten Deutschland Potsdam und Berlin, aber auch zwei Bundesländer. Er mobilisiert Bürger der anliegenden Gemeinden, sich für den Erhalt seiner Auen und Ufer einzusetzen, beschäftigt Bauingenieure und Wasserbauer und ist erneut zu einer Angelegenheit der Region geworden.

Bevor Sie, liebe Leser, auf dieser langen Strecke mit ihren eigenen Erkundungen beginnen, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die von Oliver Flint aufbereiteten Karten der Landesvermessung Brandenburg LGB. Wie unter einem Vergrößerungsglas werden Sie dort die Stationen entdecken können.

Die Anordnung der Texte erfolgte nach der offiziellen Kilometrierung des Teltowkanals. Die Geschichten beginnen an der Glienicker Lake in Potsdam bei Kilometer Tek km 00,00, dem eigentlichen Ende der Wasserstraße, und enden am Anfang des Kanals bei Tek km 37,83 zwischen Köpenick und Grünau.

Das entworfene Panorama wird manche Lücke aufweisen, dennoch ist die Auswahl nicht zufällig. Wir haben uns für Orte entschieden, die beispielhaft für die Entwicklung längs des Wasserwegs stehen. Gegenwart und Zukunft des Teltowkanals werden dabei mitunter kritisch in den Blick genommen. Dem „Jahrhundertbauwerk“ wird das nicht schaden.

Herausgegeben von Peter Hahn und Jürgen Stich mit Texten von Matthias Anke, Josef Drabek, Oliver Flint, Theodor Fontane, Peter Hahn, Christian Havestadt, Heinz Helwig, Andreas Kaatz, Armin Klein, Jens Steglich, Jürgen Stich, Thomas Vieweg und Konstanze Wild. Fotografien: Peter Hahn und Lutz Hannemann. Karten: Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, Redaktion Oliver Flint.

 

Peter Hahn und Jürgen Stich, März 2006

 

Teltowkanal – Stationen- Wege- Geschichten

Oase Verlag, 2006. ISBN 3-88922-059-2. Das Buch ist vergriffen.

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