Zerstörung. Verlust. Erinnerung

 

 

Wir gedenken aus Anlaß, weil wir ohne ihn nicht gedenken würden. Wir scheuen den Anlaß, wenn Gedenken heißt: erinnert zu werden. Wenn wir nicht nur noch veranlasst gedenken wollen, bedeutet gedenken: erinnern und nachdenken, Erinnerung wach halten, damit wir uns selbst begreifen, ermutigt oder gemahnt, um den Verlust an Erinnerung zu begrenzen.

Der Philosoph und der Buchhändler, die Denkerin und der Komponist, der Kabarettist und der Dramatiker: die Essays dringen in Nischen ein, weit über den Anlaß hinaus, und indem sie das tun, öffnen sie neue Nischen, die zu füllen Zukunft wäre.

Der Film und die Architektur, die bildende Kunst und die Literatur, das jüdische Leben und die jüdische Intelligenz: Vergangenes wird gegenwärtig.

Zerstörung, Verlust, Erinnerung. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Gedenken und Nachdenken. Erinnern und Eindringen. Zum Gedenken den Anlaß. Zum Nachdenken uns selbst.

 

Peter Hahn, September 1988

 

Zerstörung - Verlust - Erinnerung. Essays und Materialien. Herausgegeben in 16 Einzelbänden von Peter Hahn im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main aus Anlass des 50. Jahrestages der Pogrom-Nacht vom 9. November 1938

Die 16 Einzelbände sind vergriffen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Hahn Homepage Powered by 1&1